Beängstigend und realistisch

Rezension zum Roman und Wirtschaftsthriller DER BROTKÖNIG von Buchreisender auf Lovelybooks:

In Der Brotkönig zeigt Lois Leander ein beängstigendes und realistisches Szenario auf. In seinem Thriller zeigt er den Kampf um das Machtmonopol über den Getreideanbau. Ein Wissenschaftler, Martin Elkberg, versucht zu verhindern, dass der Konzernchef Julius van Erpold die weltweite Nahrungsmittelproduktion unter seine Befehlsgewalt bringt! 

Wer letztendlich diesen ungleichen Machtkampf gewinnt und welcher Weg, auch in der Realität, der Richtige sein könnte, ist eindrücklich und sehr spannend geschrieben. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Szenario niemals Wirklichkeit wird.

Der Brotkönig ist ein wirklich spannender und interessanter Thriller, kurzweilig und beängstigend realistisch.

«Was für ein Buch»

Buchbloggerin Rina zu Der Brotkönig: Rezension vom 23.7.2023 auf «Ich lese»:

Was für ein Buch. Wer meine Aktionen wie Weekly Reading und Saturday Sentence verfolgt hat, weiss dass ich ziemlich begeistert von dem Buch war, selbst wenn ich lange gebraucht habe, es zu lesen. Es ist gar nicht so leicht, dieses Buch zu beschreiben. Wir erleben hier, wie eine Kindheit in ungeliebtem Umfeld zu verschiedenen Erwachsenen führen kann. Der eine wird machtgierig, der andere besonnen und gottgläubig. Ein Menschenfreund.

Was hat dieses Buch, diese Geschichte so spannend gemacht? Eigentlich ist das doch ein sehr trockenes Thema. Gesetze, Patente, Behörden.

Mich hat fasziniert, dass der Autor diese Geschichte wirklich so realistisch aufgebaut hat und auch so verständlich geschrieben hat, dass ich fast allem folgen konnte. Es gab paar kleine Ausnahmen, die aber unerheblich waren. Auch gab es mal paar Seiten, die bisschen Länge hatten, aber auch das war unerheblich.

Absolut fasziniert hat mich, wie der Autor einen an die Hand nimmt und einem nach und nach die Wege zeigt, die gegangen werden, um eine solche Änderung der Patente, für Unglaubliches umzusetzen. Ich war so geflasht, wie komplex diese Denkweise ist und wie man hier den Überblick behält, damit es noch nachvollziehbar ist. Wer hätte gedacht, dass so ein Thema wirklich spannend werden könnte? Einfach die Denkweise – Texte so zu verschachteln und mit Paragraphen zu versehen, dass irgendwann keiner mehr folgen kann und somit eine Genehmigung zu erhalten. Und das ist nur ein Beispiel.

Dann kam Martin und schlüsselt genau diese Texte auf. Jeder weiss jetzt was van Erpold vorhat.

Der Kampf beginnt.

Es war so faszinierend, wie meine Gedanken hin und her gesprungen sind. Einmal denke ich – ja die Patentlobby hat doch schon recht. Aber nein – so geht das nicht, es muss eine andere Lösung her. Aber ja, es muss ja auch alles finanziert werden. Dann wieder lese ich von Martin und denke – ja – genauso muss es gehen. Also das Gehirn ist wirklich oft am Jonglieren.

Das Ende ist überraschend. Oder auch nicht? Genie und Wahnsinn liegen einfach zu nah beieinander. Hätte man das auch kürzen können? Ich bin mir nicht sicher. Gedanken habe ich mir schon darüber gemacht. Aber ich denke die Struktur wäre dann verloren gegangen.

Schreibstil: Ein faszinierender Schreibstil. So ein komplexes Thema und Handlung verständlich zu schreiben. Das ist schon eine besondere Begabung. Wenn es sehr wissenschaftlich wurde, hatte es manchmal was von einem Bericht. Aber immer noch verständlich.

Charaktere: Durch den langsamen Aufbau der Geschichte haben die Charaktere genug Zeit bekommen sich zu entwickeln.

Spannung: Ich fand die Spannung gelungen. Nicht unbedingt Thrillerspannung, sondern einfach „Ich-will-unbedingt-wissen-Spannung“, Ihr wisst was ich meine.

Fazit: Ein richtig spannender Wirtschaftsthriller. Die Geschehnisse sind so verständlich geschrieben, dass man manchmal doch versteht, warum es Menschen gibt, die komplizierte Texte und Gesetze spannend finden. Diese Raffinesse, die in manchen Texten steht. Aber natürlich ist dieses ganze Thema spannend. Wie soll die wachsende Zahl der Menschheit denn weiterhin ernährt werden? Wie soll das finanziert werden? Ein wirklich hochinteressantes und auch aktuelles Thema. Die Menschen wollen Essen und Leben – aber es interessiert nicht, wie das von statten geht. Hier kann man mal einen Blick hinter die Kulissen ergattern und alles ist wirklich gut verständlich beschrieben.

5/5

Zukunft der europäischen Pflanzenzucht in Gefahr

Mit einem neuen Patentbericht informiert die Koalition «No Patents on Seeds», dass bereits mehr als 1’000 konventionell gezüchtete Pflanzensorten in Europa von Patenten betroffen sind, obwohl es laut europäischer Gesetze solche Patente gar nicht geben dürfte.

Aus meiner Sicht sollten solche Patente für alle Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen verboten werden, ja für die gesamte biologisch vermehrbare Materie, also auch für Gene etc., weil die Folgen von Patenten für belebte Materie verheerend sein können. Der Roman und Wirtschaftsthriller Der Brotkönig zeigt, wie Patentinhaber (oft Konzerne) andere Züchter aus dem Markt drängen, Landwirte in die Abhängigkeit zwingen und auch die Verarbeitung der Ernten kontrollieren können, zugunsten des eigenen Profits und schliesslich zulasten aller Konsumentinnen und Konsumenten.

Das Geistige ist die treibende Kraft

Der Elementarteilchenphysiker Hans-Peter Dürr zeigt auf, wie die Physik das Geistige als Ursprung entdeckt hat.  

Interview mit Prof. Dr. Hans-Peter Dürr an seinem Arbeitsplatz im Münchner Max-Planck-Institut im Sommer 1997.

Spannender und realistischer Wirtschaftsthriller

Rezension von Martinchen, aus einer Lovelybooks-Leserunde, zum Roman Der Brotkönig:

„Die Welt ist Physik. Alles, was man tut, sei es denken, handeln oder unterlassen, hat Wirkung. Diese Wirkung kehrt zurück zum Verursacher, früher oder später, offensichtlich oder auch kaum nachvollziehbar. Aber unvermeidlich.“ (Seite 445)

Dieses Zitat, dem 5. Abschnitt vorangestellt, zeigt, dass wir alle verantwortlich sind für das, was wir tun, aber mehr noch für das, was wir eben nicht tun, sondern stillschweigend hinnehmen. 

In seinem Roman entwickelt Lois Leander den Plan eines Konzernchefs, Macht über die weltweite Nahrungsmittelproduktion zu erlangen. Dieser Plan ist absolut realistisch, leider.

Nach einem Prolog, der aufhorchen lässt, geht der Autor in der Zeit zurück und lässt seine Leser teilhaben an den Entwicklungen seiner beiden Hauptprotagonisten Julius van Erpold und Martin Elkberg. Der reiche Konzernchef Julius van Erpold, in einer lieblosen Umgebung groß geworden, strebt nach Macht und verliert dabei jedes Maß. Er ist ein Meister der Manipulation und weiß sehr genau, wie er die Dinge in seine Richtung lenken kann. Der hochbegabte Wissenschaftler Martin Elkberg stammt aus einer erfolgreichen Unternehmerfamilie, erkennt jedoch früh, dass das Streben seines Vaters nach Erfolg und immer mehr Erfolg ihn nicht zufriedenstellt. Er findet Freunde, mit denen er andere Vorstellungen vom Leben und Zusammenleben verwirklichen möchte. Er strebt nach Weisheit, nicht zuletzt durch seine Freundschaft zu Abraham Perlstein, einem Juden, der das Lager in Nordhausen überlebt hat und davon überzeugt ist, dass er noch eine Aufgabe zu erfüllen hat. Die Gespräche zwischen den beiden zeugen von großer Tiefe und gegenseitigem Verständnis und bringen die Dinge auf den Punkt. 

Ruhig und ausführlich entfaltet Leander in einem angenehm zu lesenden Schreibstil das Szenario, dass die beiden schließlich zu Gegnern macht. Nicht nur die Mechanismen der Macht und wie sie funktionieren, sondern auch, wie die Umstände Menschen prägen, werden sehr gut beschrieben. Auch dabei wird klar, dass jeder eine Wahl hat, wie er sein Leben gestaltet.

Der Roman ist überwiegend sehr kurzweilig zu lesen. Im letzten Drittel wird es teilweise etwas langatmig, wenn es darum geht, van Erpolds Plan umzusetzen. Das jedoch beschreibt in meinen Augen genau und ebenfalls realistisch, wie diese Dinge ablaufen. Es gibt endlose Sitzungen, in denen Menschen sitzen, denen nicht unbedingt und zwangsläufig die letzte Konsequenz der gewünschten Änderungen wirklich klar ist. Menschen müssen überzeugt werden, dazu sind viele Mittel recht.

„Ein Abenteuer um Macht und Weisheit, um den Glauben an sich selbst oder an Gott.“ – dieser Satz aus dem Klappentext und der Epilog fassen die Absichten des Autors perfekt zusammen. 

Das Cover bringt die beiden Gegensätze in hervorragender Weise zusammen. Auf der einen Seite das Feld mit dem Wissenschaftler, auf der anderen der Konzernchef auf dem Dach eines Hochhauses, dazwischen in auffälligem Rot der Titel. 

Fazit: eine unbedingte Leseempfehlung für einen Roman mit einem absolut realistischen Szenario, der viel Stoff zum Nachdenken, auch und gerade über eigene Verhaltensweisen gibt.